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Pakt mit der Jugend

 

1. Partner des Pakts


Den Pakt mit der Jugend tragen gemeinsam

  • das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und
  • der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen e. V.
  • die Arbeitsgemeinschaft "Haus der offenen Tür" NRW
  • die Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-Westfalen e. V.
  • die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen
  • das Paritätische Jugendwerk NRW


mit ihren jeweiligen Mitgliedsorganisationen.

Die Umsetzung des Paktes wird begleitet von einem Beirat, der sich - unter Federführung des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration - aus Vertreterinnen / Vertretern der beteiligten Organisationen zusammensetzt.

2. Präambel


Die Lebensbedingungen von Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. In einer Welt beschleunigter Veränderungen und Umbrüche sind einerseits neue Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten für Jugendliche entstanden; andererseits können nicht alle mit dieser Entwicklung selber Schritt halten. Neue Risiken und Gefährdungen können verunsichern und substanziell neue Fragen an die Zukunft aufwerfen. Junge Menschen brauchen eine starke Persönlichkeit und umfassende Fertigkeiten und Fähigkeiten, um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Und die Gesellschaft braucht solche jungen Menschen.

In Nordrhein-Westfalen sind die Belange der Jugendlichen und die intensive Förderung junger Menschen von zentraler Bedeutung. Land und Kommunen unterstützen sie in ihrer Entwicklung gemeinsam mit zahlreichen Organisationen und Einrichtungen öffentlicher und freier Träger. Denn die Jugendarbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sozialisation und Bildung von jungen Menschen.

Die Jugendarbeit ist ein zentraler Ort der Beteiligung und des Engagements von jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung. Durch ihr Engagement werden Jugendliche dabei nicht nur in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt, sie übernehmen auch Verantwortung für die Gesellschaft und gestalten sie gemeinsam mit anderen mit.

Jugendarbeit ist damit eine der Säulen unserer Demokratie.

 

3. Ziele des Pakts

 

Die Paktpartner werden gemeinsam mit Jugendlichen Initiativen für jugendpolitische Schwerpunkte starten. Dabei lassen sie sich von folgenden Zielen leiten:

1. Den Blick von Gesellschaft und Politik für Belange von Jugendlichen schärfen.

Das Aufwachsen junger Menschen in Zeiten gesellschaftlichen Wandels ist mit neuen Herausforderungen an junge Menschen verbunden. Daher ist es erforderlich, die Gesellschaft auch für die Belange von Jugendlichen zu sensibilisieren. Durch mehr Information und Aufklärung wollen wir auf die besondere Verantwortung der Familie, der Gesellschaft und des Staates für ein gelingendes Aufwachsen hinweisen und die Öffentlichkeit für ein jugendfreundliches Nordrhein-Westfalen gewinnen.


2. Die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen sichern, stärken und ausbauen.

Jugendliche können und wollen ihre Interessen selbst vertreten. Das ist ihr grundlegendes Recht und zugleich eine wichtige Voraussetzung, demokratisches Bewusstsein zu entwickeln. Selbst Entscheidungen zu treffen muss für alle Jugendlichen selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags sein. Jugendlichen ist in allen sie betreffenden Angelegenheiten Raum für eigene Entscheidungen zu geben. Damit kann auch ihre Bereitschaft zu sozialem und gesellschaftlichem Engagement nachhaltig gestärkt werden.


3. Benachteiligungen für Jugendliche abbauen.

Rund 15 - 20 % der Jugendlichen haben aufgrund mangelnder Bildungsbeteiligung, wegen sozialer Benachteiligungslagen oder individueller Beeinträchtigungen Schwierigkeiten, den Übergang von der Schule in den Beruf ohne zusätzliche Unterstützung zu meistern. Wir wollen diesen jungen Menschen gezielte Hilfen anbieten und für sie unter Beteiligung von Schule, Jugendhilfe und Arbeitsmarktpolitik neue Chancen und Möglichkeiten durch ein Mehr an Fähigkeiten und Fertigkeiten eröffnen und Ihnen so den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Dazu gehört es auch, die Wirtschaft für die Belange der Jugendlichen stärker zu sensibilisieren.

4. Junge Menschen in ihren Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten stärken

Jugendliche haben unterschiedliche Interessen, Stärken und Bedürfnisse. Insbesondere ihre Stärken gilt es zu ermitteln und auszubauen. In diesem Zuge sind auch kulturelle und geschlechtsspezifische Aspekte stärker zu berücksichtigen. Die Angebote der Jugendarbeit für Mädchen und Jungen sollen daher gezielt so weiterentwickelt werden, dass sie die unterschiedlichen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen besser aufgreifen.


5. Das Bewusstsein für Europa und die Eine Welt stärken und ausbauen sowie das europapolitische und internationale Engagement junger Menschen fördern.

In einer von Zuwanderung geprägten Gesellschaft kommt dem Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen eine große Bedeutung zu. Durch konkrete Projekte, die das Verstehen fördern und Gemeinsamkeiten erfahrbar machen, wollen wir das interkulturelle Verständnis ausbauen und neue Formen des gemeinsamen Aufwachsens mit gegenseitigem Respekt entwickeln. Wir wollen junge Menschen zum interkulturellen Austausch ermutigen und sie für die Werte unserer freiheitlichen Ordnung begeistern.


4. Inhaltliche Schwerpunkte des Pakts


Um die in Ziffer 3. abstrakt beschriebenen Ziele zu erreichen, vereinbaren die Paktpartner, ihre konkreten Aktivitäten im Rahmen des Paktes mit der Jugend auf die im Folgenden aufgeführten Handlungsfelder zu konzentrieren.

Die Paktpartner wollen

   1. die Bildung fördern und den Übergang Schule - Beruf gestalten,
   2. die Integration über interkulturelle Projekte mit Jugendlichen stärken und voranbringen,
   3. Jugendliche in die Lage versetzen, im Wege der Partizipation Politik mit zu gestalten und so die Demokratie stärken,
   4. den Zusammenhalt der Generationen sichern,
   5. Jugendliche fit für Europa und die Eine Welt machen.

Die spezifischen Erfahrungen der Paktpartner und die Vielfalt ihres Angebotes sind Garanten dafür, dass ihre Aktivitäten in den jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten Ziel führend sind; dabei können einzelne Aktivitäten ebenso mehreren der vereinbarten Ziele dienen wie dasselbe Ziel durch Aktivitäten auf unterschiedlichen Handlungsfeldern erreicht werden kann.

Die Paktpartner vereinbaren gemeinsam einen Plan, der ihre Aktivitäten zu den vereinbarten Zielen und Schwerpunkten enthält. Dieser Aktivitätenplan wird als gemeinsame Handlungsbasis veröffentlicht. Alle Paktpartner sind sich einig, dass die aktive, kontinuierliche Einbindung von Jugendlichen für den nachhaltigen Erfolg des Paktes unabdingbar ist.


Düsseldorf, den 4. Juni 2008

 

Dr. Jürgen Rüttgers
Ministerpräsident
des Landes Nordrhein-Westfalen

Armin Laschet
Minister für Generationen, Familie,
Frauen und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen

Martin Wonik
Vorsitzender
Landesjugendring Nordrhein-Westfalen e. V.

Hans-Jürgen Dahl
Vorsitzender
Arbeitsgemeinschaft "Haus der offenen Tür" NRW

Kurt Eichler
Vorsitzender
Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-Westfalen e. V.

Andrea Schaffeld
Sprecherin
Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen

Dr. Volker Bandelow
Vorsitzender
Paritätisches Jugendwerk NRW



 

Den Pakt mit der Jugend tragen gemeinsam

Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen e. V.

anerkannte Verbände

Anschlussverbände

die Arbeitsgemeinschaft "Haus der offenen Tür" Nordrhein-Westfalen

die Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-Westfalen e. V.

die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen

Evangelische Trägergruppen:

Freie Trägergruppe:


Katholische Trägergruppe:


Regionale/örtliche Trägergruppe:

Sozialistische Trägergruppe:

das Paritätische Jugendwerk Nordrhein-Westfalen