Artikel vom 13.10.2009
Die Falken Viersen und das Hubert Vootz Haus haben am 26.9.2009 eine Fahrt zum NS-Gefangenenlager in Breendonk durchgeführt.
Im Rahmen der Kampagne ?Nicht wählen stärkt die Falschen? des Landesjugendringes NRW wollten die Organisatoren den Teilnehmenden die Gelegenheit bieten ?aus der Geschichte zu lernen?.
Im Zuge der Forschung und Aufklärung zum Leben und Wirken von Hubert Vootz hatten sich die Organisatoren bewusst für das Lager in Belgien entschieden.
Zum Einen nahm H. Vootz am 1. Weltkrieg in Belgien teil und zum Anderen war er zur Zeit des Faschismus als pol. Gefangener eingesperrt.
An der Fahrt nahmen 13 Personen mit einem breiten Altersspektrum teil, dabei waren auch Schüler die mit der Thematik vertraut waren.
Die Führung durch das Gefangenenlager erläuterte zu erst den historischen Kontext des ehemaligen Militärforts um dann in die Geschichte Straflagers Breendonk einzulenken.
Die Eindrücke die visuell und auch von der Führung geschildert wurden, sind kaum in Worte zu fassen und man musste feststellen das jede/r Teilnehmer/in sichtlich betroffen war.
Sehr deutlich machte der Museumsführer, das Verhältnis von SS ? Mann zu Gefangenem. Dabei wurde klar, dass man dies wohl kaum Verhältnis nennen konnte da ein gefangener Mensch in Breendonk keinen Wert hatte. Der Museumsführer konnte dies durch ?Anekdoten? und ?Geschichten? deutlich machen und kam immer wieder auf diese zurück.
Jeder Platz und jeder Raum in der Festung Breendonk kann seine eigene Geschichte erzählen.
Die Missstände die mehr als eindeutig zu sehen waren, ließ die Gruppe verstummen und nachdenklich werden.
Immer wieder musste sich die Gruppe fragen, wie ein so grausames Verbrechen an der Menschenwürde begangen werden konnte und warum diese SS ? Männer, freiwillig, an diesem Verbrechen teilgenommen haben.
Eine Antwort auf diese Frage konnte man nicht erwarten was der Museumsführer auch mehrfach verdeutlichte.
So eine Unmenschlichkeit ist nicht zu beschreiben und vor allem unmöglich zu erklären.
Grauenvoll war , dass Belgische Männer der SS angehörten und noch grausamer mit den Gefangenen umgegangen sind. Dieses Verhalten wurde von deutschen SS ? Männern unter Gelächter wahrgenommen.
Insgesamt war die Fahrt nach Breendonk eine wichtige Erfahrung für alle Teilnehmer/innen, die nachdenklich und beeindruckt nach Hause fuhren.